Nicht so viel nachdenken, eine Portion kindliche Naivität in sich bewahren und einfach machen

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Happy International Women’s Day! Im Zuge dieses wichtigen Tages hat Nina Benning von Taboola mit Laura Lewandowski gesprochen. Laura ist in der deutschen Medienlandschaft ein bekanntes Gesicht und gehört zu den Top 30 unter 30 Journalist*innen, ist Moderatorin des Podcasts Meet your mentor und Entrepreneur.

In diesem Interview sprechen wir mit Laura über ihre Karriere, die Angst des Scheiterns, die Bedeutung von Erfolg und was sie jungen Frauen am Anfang ihrer Karriere mitgeben möchte.

Nina: Laura, ich freue mich sehr dich heute zu interviewen. Kannst du dich noch daran erinnern, als wir uns das erste mal 2010 auf der IAA in Frankfurt kennen gelernt haben. Seitdem sind 10 Jahre vegangen und wir beide sind viele Schritte weiter in unserer Karriere. Auf welche Momente bist du besonders stolz in deiner Karrierelaufbahn?

Laura: Meine Devise lautet schon immer “einfach machen!”. Mir selbst zu vertrauen und meiner Leidenschaft zu folgen, ist mein Schlüssel zum Erfolg – bis heute und auch besonders am Anfang meiner Karriere.

Nur drei Jahre nachdem wir uns damals auf der IAA kennengelernt haben, war ich das erste Mal in Südafrika und habe einen Ex-Gefangenen und damaligen Freund von Nelson Mandela interviewt. Ich hatte weder viel journalistische Vorerfahrung, noch fundiertes Wissen über die Apartheid – trotzdem habe ich Videos von ihm gefilmt, geschnitten, Fotos geschossen, Texte geschrieben. Die Multimedia-Geschichte habe ich dann bei einem Nachwuchsjournalisten-Wettbewerb der Deutschen Presse-Agentur (dpa) eingereicht. Letztlich war das der entscheidende Auslöser, um meine Karriere dort zu starten – und in Folge auch alles andere zu erreichen: einen Titel in der Top 30 unter 30 Liste, den Aufbau der ersten Social Media Redaktion der dpa, meinen Sprung in die Selbstständigkeit, Projekte mit großen Konzernen wie Google, Uber, Facebook, meine Kolumne bei Business Insider oder meine Podcasts INNOVATOR SESSIONS mit Red Bull und Meet Your Mentor.

Nina: Warum hast du dich entschieden Journalistin zu werden? Was inspiriert dich in deiner täglichen Arbeit besonders?

Laura: Ich bin ein unglaublich wissbegieriger und neugieriger Mensch. Egal ob ich im Taxi, beim Friseur oder mit Freund*innen an einem Tisch sitze: schon immer habe ich das Bedürfnis gehabt, mit Menschen jeglicher Couleur ins Gespräch zu kommen. Hinter ihre Fassade schauen, fasziniert mich und zu verstehen, was sie bewegt und letztlich uns als Gesellschaft antreibt, motiviert mich. Selbst wenn ich dafür kein Geld bekommen würde, würde ich es wahrscheinlich trotzdem machen. Einfach weil es mir so viel Energie gibt.

Nina: Junge Frauen am Anfang ihrer Karriere haben oft Bedenken zu scheitern und nicht gut genug zu sein. Ging dir das auch so und wenn ja, wie hast du die Angst vor dem Scheitern überwunden und was kannst du jungen Frauen empfehlen?

Laura: Je älter wir werden, desto mehr wissen wir und wägen zu viele Optionen und Risiken ab. Leider sind das meist die größten Hemmfaktoren, denn sie kreieren in erster Linie Angst vorm Scheitern. Mein Tipp: Nicht so viel nachdenken und eine Portion kindliche Naivität in sich bewahren. Es kann nichts schief gehen, man kann nur dazulernen. Und ich habe schon oft die Erfahrung gemacht: wenn man erst mal in den Aktionsmodus kommt, öffnen sich Türen, an die man niemals gedacht hätte.

Nina: Was hat dir persönlich auf deinem Weg die Karriereleiter hoch zu klettern ganz besonders geholfen? Und was bedeutet Erfolg für dich?

Laura: Sich seiner Stärken und Talente bewusst werden, ist essentiell. Die wenigsten Menschen sprechen gerne über Talente – auch ich wollte es lange nicht als eine Gabe wahrnehmen – aber in meinem Fall ist es ein Gespür für Sprache und Geschichten. Mir fällt es extrem leicht, Gedanken in Worte zu verpacken und andere auf verbaler sowie non verbaler Ebene zu erreichen. Und gerade weil ich weiß, dass ich darin gut bin, vermeide ich bewusst alles, was mich daran hindert, kreativ zu sein.

Das beantwortet auch den zweiten Teil deiner Frage: Erfolg ist für mich ganz stark verbunden mit Freiheit. Freiheit, selbst zu entscheiden, was ich machen möchte, wie und mit wem ich es machen möchte oder auch wie schnell. Gerade deshalb war der Schritt in die Selbstständigkeit irgendwann unausweichlich. Ich habe mir hunderte Stellenanzeigen durchgelesen und irgendwann gemerkt: Den Job, den ich will, kann nur ich mir bauen. Und wenn ich es nicht tue, bin ich mir selbst untreu.

Nina: Wie wichtig ist es, dass sich Frauen gegenseitig ermutigen und anfeuern?

Laura: Vor allem beim Thema Selbstbewusstsein und Haltung zeigen, sollten wir uns untereinander besonders viel unterstützen. Auch wenn Millennials in der Hinsicht deutlich progressiver sind als die Generation davor, ist es dennoch ein häufig kritischer Punkt bei Frauen, seine eigenen Talente auszuspielen und stolz darauf zu sein. Ein Appell an alle, um ein weibliches Vorbild zu sein: nicht nur beweisen, dass wir selbstbewusst sind – sondern anderen auch zeigen, wie der Weg dorthin war und dass niemand perfekt ist. Auch wenn selbst ich oft von Außen gespiegelt bekomme, mein sicheres Auftreten sei bemerkenswert, kann ich euch sagen: ich zweifle, hadere und kritisiere mich trotzdem genauso häufig selbst, wie alle anderen auch. Nur die Zyklen werden kürzer und meine Mechanismen besser, um mich wieder auf Kurs zu bringen.

Nina: Hast du eine/n Mentor*in und wenn ja, warum fasziniert er/sie dich?

Laura: Jeder, der mir auf emotionaler und fachlicher Ebene zur Seite steht: Das sind definitiv mein Partner, meine Eltern, aber auch befreundete Entrepreneure. Ich empfehle jedem: sucht euch nicht nur Expert*innen, die euch inspirieren, sondern vor allem solche, die euch lehren, groß zu denken.

Nur wenn wir vermeintlich Unmögliche Dinge anstreben, wachsen wir über uns hinaus. Und Menschen, die wissen wie das geht, bringen euch zu Höchstleistungen.

Nina: Heute ist ja Internationaler Frauentag. Was ist die wichtigste Botschaft, die an diesem Tag jungen Frauen am Karriereanfang mitgeben möchtest?

Laura: Nothing has ever been achieved by the person who says, ‘It can’t be done”, hat Eleanor Roosevelt mal gesagt. Und ich kann aus eigener Erfahrung bestätigen, sie hatte recht. In dem Moment, in dem wir ernsthaft beschließen, etwas bestimmtes zu erreichen, suchen wir automatisch nach entsprechenden Lösungen und Mitteln. Die einzige Sache, an der viele scheitern, ist oft die eigene Ungeduld, wenn es nicht über Nacht passiert – und der Glaube an sich selbst.

Hat euch das Interview gefallen? Dann besucht Laura gerne auf www.laura-lewandowski.com oder www.meetyourmentor.de .

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