Warum die Echokammern Sozialer Medien auf KI-gestützten Nachrichtenseiten keine Chance haben

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Soziale Medien üben eine starke Anziehungskraft auf uns Menschen aus: Wir bleiben in Kontakt und fühlen uns verbunden mit Familie, Freunden und den Communities, die uns wichtig sind. Aber wenn es um Nachrichten geht, zeigen die hyperpersonalisierten Algorithmen der sozialen Medien ihre dunkle Seite: Echokammern, Informationsblasen und die schnelle Verbreitung von Fake News. Die Algorithmen, die Social Media so effektiv gemacht haben, haben auch Probleme geschaffen.

Journalist:innen und Redakteur:innen arbeiten hart daran, wuchernde Fehlinformationen zu bekämpfen und den Online-Diskurs zu verbessern: Menschen dazu zu bringen, mehr Zeit auf qualitativ hochwertigen Nachrichtenseiten zu verbringen, aber ohne den „Engagement um jeden Preis“-Ansatz von Social Media.

Indem man die Personalisierungstechnologie, die soziale Medien so relevant erscheinen lässt, mit den Fähigkeiten, der Handwerkskunst und den Werten des Journalismus verbindet, können Nachrichtenseiten mehr Engagements mit ihren Inhalten erreichen. Zudem kann der Diskurs in unserer Gesellschaft positiv unterstützt werden.

Die Wahrheit über diese Algorithmen ist eine Wahrheit, die Big Tech nur ungern eingesteht; diese Algorithmen sind nicht agnostisch, sie stehen nicht neutral dar. Sie spiegeln lediglich die Ziele, Erfahrungen und Werte derer wider, die sie schaffen. Nachrichtenangebote haben die Möglichkeit, Tools zu entwickeln, die stärker jene Ziele und Werte widerspiegeln, die seit jeher bei Entscheidungen zur Berichterstattung eine Rolle gespielt haben.

Ein Beispiel für einen von Werten geprägten Journalismus zeigte uns Eugene Meyer vor 90 Jahren. Als er 1933 die Washington Post aus dem Bankrott holte, stellte er eine Reihe von Grundsätzen auf: „Die Wahrheit zu sagen, so weit wie die Wahrheit festgestellt werden kann;“ dass die „Verpflichtung der Zeitung ihren Leser:innen und der breiten Öffentlichkeit gilt“; und dass „bei der Suche nach der Wahrheit die Zeitung bereit sein muss, in materieller Hinsicht Opfer zu bringen, wenn dies für das Gemeinwohl notwendig ist.“

Die Algorithmen von Social Media spiegeln solche Werte nicht wider. Stattdessen werden Social-Media-Algorithmen nur darauf abgestimmt, die Zeit zu erhöhen, die Benutzer:innen auf der Webseite oder App verbringen, ohne Rücksicht auf die Wahrheit, Genauigkeit oder Auswirkung des Inhalts auf die Leser:innen.

An einem durchschnittlichen Tag werden 4,75 Milliarden Inhalte auf Facebook geteilt. Es gibt nur sehr wenige Überprüfungen dieser Inhalte. Daher liegt es allein bei dir, Facebook-Posts kritisch zu beurteilen. Während der Beitrag deiner Tante über die Geburtstagsfeier deines Cousins durchaus vertrauenswürdig ist, sind die Inhalte deines Onkels über eine Wahl, einen Impfstoff oder einen „besonderen Militäreinsatz“ schwerer zu beurteilen.

Es überrascht nicht, dass soziale Medien laut einer aktuellen Gallup-Umfrage die am wenigsten vertrauenswürdige Quelle für Nachrichten weltweit sind. Paradoxerweise sind soziale Medien trotzdem die am meisten genutzte Quelle für Nachrichtenkonsum.

Nachrichtenverleger haben einige immanente Nachteile, wenn es darum geht, das gleiche Maß an Engagement zu erzielen, das Webseiten wie Facebook erzielt haben. Insbesondere wenn es um die Technologieentwicklung geht. Aber in einem haben Verlage die Nase vorn. Ihre Redaktions-Teams sind genau das, was unsere Welt heute braucht.

Es überrascht nicht, dass diese News-Seiten zwar nicht die meisten Besucher:innen haben, man ihnen aber am meisten vertraut. Beim Aufbau von mehr Engagement kommt die intelligente Anwendung von KI und Personalisierung ins Spiel.

Damit KI Nachrichtenseiten effektiv personalisieren und die Leserbindung steigern kann, ist es entscheidend, dass Redakteur:innen in jeden Schritt der Algorithmen-Entwicklung und der UX einbezogen werden.

Mit „Homepage for You“, unserem neu veröffentlichten Homepage-Personalisierungstool, haben wir genau das getan. Unsere Produkt-, Engineering- und Data-Science-Teams haben mit leitenden Redakteur:innen auf einigen der größten Nachrichtenseiten der Welt zusammengearbeitet und ihr Fachwissen und viele Warnhinweise in die Technologie einfließen lassen. Wir wussten, dass das Vertrauen der Redakteur:innen der erste Schritt sein würde, um das Vertrauen der Leser:innen zu gewinnen und damit das Engagement zu erhöhen.

Einige der Dinge, die aus unseren Bemühungen hervorgegangen sind:

  • Tools für Redakteur:innen zum Überprüfen und Moderieren von Algorithmen, um so dem Algorithmus redaktionelle Entscheidungen „beizubringen“.
  • Eine Schnittstelle zum Deaktivieren der Personalisierung in bestimmten Teilen der Homepage (einzelner oder aller), wenn der Nachrichtenzyklus eine genauere Auswahl bestimmter Homepage-Inhalte erfordert. Der Breaking-News-Zyklus über die Ukraine zeigt, wann diese redaktionellen Kontrollen unerlässlich sind. Weitere Beispiele wären lokale Naturkatastrophen, oder andere redaktionelle Schwerpunkte wie der Klimawandel.
  • Redaktionsteams erstellen „Definitionen“ zum Inhaltsmix, damit die Personalisierung keine Inhaltsbereiche entfernt oder ausblendet. Dies geschieht unabhängig vom persönlichen Interesse an diesen Bereichen. Beispielsweise wäre die Berichterstattung über ein lokales Sportteam immer noch auf einer lokalen Website enthalten, selbst für Personen, die möglicherweise nur eine geringe Affinität zu Sportinhalten haben.
  • Konzentriere dich auf ursprünglich berichtete Inhalte statt auf zusammengefasste und syndizierte Quellen. Dies steht im Einklang mit Daten, die zeigen, dass Leser:innen der originalen Nachrichtenquelle gegenüber sozialen Medien und anderen Nachrichten-Sammlungen mehr Vertrauen schenken.

Die Nachrichtenbranche steht weiterhin vor großen Herausforderungen im Wettbewerb mit sozialen Plattformen, aber viele Verlage sind bereit, diese Herausforderungen anzugehen. Jüngste Untersuchungen von Reuters zeigen, dass 85 % der Publisher weltweit sagen, dass KI in diesem Jahr wichtig sein wird, um Verbraucher:innen bessere Personalisierungs- und Inhaltsempfehlungen zu liefern.

In einer Zeit, in der Personalisierung die neue Norm für digitale Erlebnisse ist, kann es für Nachrichtenseiten eine Herausforderung sein, die Aufmerksamkeit der Benutzer:innen auf seriöse Weise auf sich ziehen. Starke Personalisierungsstrategien helfen den Leser:innen, Neues und Interessantes in ihrer Community und der Welt zu entdecken.

Taboolas Homepage For You ist eine mögliche bahnbrechenden Lösung, den neuen Standard der Personalisierung mit der Notwendigkeit eines ausgewogenen und genauen Informationsaustauschs in Einklang zu bringen. Wenn du Fragen hierzu hast, wende dich gerne an uns.

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