4 Prognosen für die Technologiebranche 2022

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Das Augmented-Reality-Metaverse wird das Virtual-Reality-Metaverse übertreffen, alle werden irgendwann ein Werbeunternehmen sein, Remote Arbeit wird die Vielfalt in der Tech-Branche erhöhen und Technologieunternehmen werden lernen, ohne persönliche Informationen über User auszukommen.

Wenn 2020 das Jahr der Unsicherheit und der gesellschaftlichen Herausforderungen war, so war 2021 der Beginn des Wandels infolge dieser Entwicklungen. Neue Geschäftsmöglichkeiten entstanden durch die massive Abwanderung in die Online-Welt, digitale Werbung wurde wichtiger als je zuvor und Unternehmen überall erkannten den Wert der Vielfalt. Die folgenden Punkte sind meiner Meinung nach die Folgen dieser Veränderungen im Jahr 2022.

1. Augmented Reality wird das Metaverse der virtuellen Realität übertreffen – denn niemand will ein lebensechtes „Ready Player One“

Wir haben Mark Zuckerberg in einer virtuellen Welt spazieren gehen sehen und erinnern uns alle an Ready Player One – die filmische, nostalgiegeladene, dystopische Zukunftsvision, die am Eröffnungswochenende in den USA 53,2 Mio. USD und in Übersee 128 Mio. USD einspielte und damit die Kinoeinnahmen dominierte.

Es ist ein cooles Buch, aber es hat uns zum Innehalten und Nachdenken darüber gebracht, was ein Metaverse unserer Gesellschaft wirklich antun könnte. Es könnte eine Welt schaffen, in der wir noch mehr zu Hause sind, mehr allein und weniger sozial. Wer ist davon begeistert? Ich bin sicher, dass es Raum für VR gibt, so wie es auch Raum für autonome Autos gibt. Aber ich glaube, dass ein AR-Metaverse in den „Augen der breiten Masse“ gegenüber einem VR-Metaverse gewinnen wird; genauso wie ich glaube, dass individuelle Drohnen, mit denen wir herumfliegen, autonome Autos schlagen werden. Die AR-Technologie bietet viele der Vorteile eines VR-Metaverse, ohne dass wir unsere Welt komplett verlassen müssen.

Ob wir nun zu Hause eine Brille tragen und uns mit einer virtuellen Welt verbinden, oder ob wir draußen eine Brille tragen und uns mit einer erweiterten Welt verbinden; ob Facebook im Metaverse „gewinnt“ oder jemand anderes – das Wichtigste ist, dass wir nicht die Fehler aus der Vergangenheit unserer gesellschaftlichen Wirklichkeit wiederholen. Sollte sich Facebook durchsetzen, wird es einige größere Probleme ausbügeln müssen, um die gleichen Probleme, die es mit seinem Feed erlebte, zu vermeiden.

Keine Datenschutzverletzungen mehr, keine Schädigung von Verlegern durch Instant-Article-Initiativen, keine Verzerrungen durch Vorurteile und Moderationsprobleme mehr. Meta ist eine ausführende Maschine und es besteht eine echte Chance für das Unternehmen, das Richtige zu tun. Unsere Daten von Taboola zeigen, dass sich bereits viele Menschen Gedanken über das Metaverse machen – also lasst es uns richtig machen.

2. Alle werden beginnen, digitale Anzeigen zu verkaufen

2021 war ein rekordverdächtiges Jahr für die Werbung. Die weltweiten Werbeausgaben erreichten 780,59 Mrd. USD und lagen damit um 32,92 Mrd. USD höher als ursprünglich erwartet.

Dieses massive Wachstum entstand teilweise durch einen Rückgang der Werbeausgaben in 2020, als COVID-19 wirtschaftliche Unsicherheit verbreitete. Es entstand aber auch, weil digitale Anzeigen Unternehmertum freigesetzt haben. Durch sie konnten kleine Unternehmen ihre Produkte weltweit und kosteneffizient an die Verbraucher:innen bringen. Soziale Netzwerke befinden sich im Umbruch und die Änderungen im Bereich des Datenschutzes sind in vollem Gange. Apples IDFA und andere Initiativen erschweren es sozialen Netzwerken, Targeting wie früher anzubieten, sodass Werbetreibende nach anderen Kanälen zur Skalierung suchen werden.

Meine Vorhersage ist, dass letztlich alle Unternehmen mit großer Reichweite damit beginnen werden, Anzeigen als zusätzliche Einnahmequelle zu präsentieren. Ich spreche von allen – allen Streamern, allen Automobilunternehmen, telemedizinischen Angeboten, pharmazeutischen Anwendung, Immobilien- und Finanzplattformen. Viele Branchen sind reif für eine Neuausrichtung hin zur Werbung.

Und es passiert bereits. Bumble verkauft jetzt Bekleidung für dein erstes Date. DoorDash hat gerade suchmaschinenähnliche Anzeigen auf seiner Plattform eingeführt, die das Interesse von Nachrichten-Interessierten auf sich zogen und ist damit anderen Unternehmen wie Uber Eats und GrubHub gefolgt.

Ich vermute, dass im Laufe der Zeit, Netflix in einigen Märkten Anzeigen zeigen wird, Tesla wird Anzeigen im Auto einblenden und Verbraucher:innen werden bei jedem von ihnen genutzten Dienst von bedeutender Größe ein „präsentiert von“ vorfinden.

3. Remote-Arbeit erweitert die Talentpools und erhöht die Vielfalt in der Technologiebranche

Die Debatte darüber, warum eine vielfältigere Belegschaft besser ist, sollte längst vorbei sein. Es ist nicht nur richtig, sondern entscheidend für den Erfolg. Der Aufbau eines Unternehmens mit einer diversen Führungsstruktur sowie einem vielfältigt geprägten Mitarbeiterstamm wird genauso wichtig werden wie eine hohe Umsatzrendite. Beides ist ein Indikator für Erfolg.

Zwar war 2021 das Jahr, in dem die Technologiebranche mit Versäumnissen beim Aufbau einer vielfältigen Mitarbeiterschaft zu kämpfen hatte, doch 2022 wird ein Jahr der Umsetzung und Messung anhand realer Ziele sein. 60 % der Unternehmen haben bereits Maßnahmen zur Messung der personellen Diversität ergriffen, und 28 % arbeiten an der Einführung von Messgrößen.

Diversity wird bestehen bleiben. Hybride Arbeit wird sich dauerhaft etablieren und die große Fluktuation wird voraussichtlich anhalten. Die Unternehmen müssen sich neue Talentquellen erschließen und die Vielfalt ihrer Belegschaft weiter erhöhen.

Allerdings werden sich für Diversity-Initiativen die weiteren Schritte auf Gleichbehandlung und Inklusivität ausrichten. Als Nächstes müssen die Unternehmen ihre vielfältigen Talente bei einer hybriden Arbeitsform unterstützen und neue Wege zur Einbindung von Talenten finden, um die Zusammenarbeit und Innovationen zu verbessern und um dafür zu sorgen, dass die Arbeit Spaß macht und sich lohnt.

Ich denke, wir werden sehen, dass wir durch Remote-Arbeit und hybride Büroumgebungen den Diversitätszielen, die wir uns selbst gesetzt haben, näher kommen werden. Wenn die Nähe zu Technologiezentren wie Silicon Valley, Tel Aviv und New York keine Voraussetzung mehr ist, steht Tech-Unternehmen die ganze Welt offen. Dadurch wird der Pool an Bewerber:innen erheblich erweitert und es wird viel einfacher, Talente verschiedener Ethnien, Altersgruppen, Geschlechter und Herkunft zu finden. Bei der Vergrößerung unseres Pools an Interessierten um weitere Bereiche wird es jedoch wichtig sein, dass wir uns in die individuellen Arbeitssituationen aller einfühlen, damit sich alle bei der Arbeit gleichberechtigt fühlen.

4. Contextual Signals werden das neue „Pink“

Die Verbraucher:innen haben sich laut und deutlich geäußert – sie wollen ein personalisiertes Online-Erlebnis, ohne persönliche Daten an Technologieunternehmen weitergeben zu müssen. Die Menschen wollen nicht, dass Technologieunternehmen wissen, wer sie sind oder wohin sie gehen. Der Datenschutz ist nicht mehr nur ein Thema, das in Rechtsberatungen diskutiert wird – es ist ein Thema, das jeden interessiert. Und die Menschen werden bekommen, was sie wollen.

In den letzten Jahren haben die führenden Internetunternehmen und Behörden viele Änderungen vorgenommen, um die Identität der Nutzer:innen zu schützen. GDPR, CCPA, IDFA und die bevorstehende cookielose Welt kratzen nur an der Oberfläche.

In diesem Jahr werden wir beobachten, wie Technologieunternehmen auf kontextbezogene Signale und implizite Signale zurückgreifen, um unsere Online-Erfahrungen zu personalisieren. Amazon zeigt an, dass andere Nutzer:innen, die dieses Produkt gekauft haben, auch jenes gekauft haben, und das hat nichts mit mir zu tun, sondern mit Menschen in meiner Situation oder mit dem Kontext des Produkts, das ich in Betracht ziehe. Das werden wir noch viel öfter sehen, im Gegensatz zu „sag mir, wer du bist, und ich sage dir, was du brauchst“.

Ich blicke mit Optimismus auf die vielen Möglichkeiten unserer Branche, bis 2022 zu wachsen und sich zum Besseren zu verändern. Ob es um den Wettstreit zwischen AR und dem Metaverse, die Diversifizierung der Werbeflächen für Werbetreibende, den Aufbau vielfältigerer Teams oder ein Internet mit besserem Datenschutz geht – 2022 wird ein Jahr des positiven Wandels sein.

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